Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 55 (September 2002)

Interview: Pfarrer Kowalke

von Cosima/YPR

Hi out there! Wir wollen Euch heute mal eine Person vorstellen, die eigentlich jede/r kennt - und zwar den netten Mann auf dem Foto da...

YP: Damit unsere Leser Sie besser kennenlernern, stelle ich Ihnen mal ein paar Fragen. Was sind Ihre Hobbies?
RUK: Meine Hobbies sind z.B. Klavierspielen, ausserdem lese ich ganz gerne. Ich interessiere mich auch dafür, andere Sprachen kennen zu lernen. Momentan ist das aber eine Zeitfrage...
FotoYP: Haben Sie ein Lieblingsbuch?
RUK: Ganz begeistert war ich von Thomas Manns ,Joseph und seine Brüder'.
YP: Haben Sie einen Lieblingsfilm?
RUK: Einen Fernseher habe ich gar nicht mehr. Aber wenn ich die Gelegenheit habe, irgendwo fernzusehen, dann sehe ich gerne alte Filme, z.B. mit Heinz Rühmann, bei denen man merkt, dass die Schauspieler noch einen eigenen Charakter haben
YP: Gehen Sie manchmal ins Kino?
RUK: In der letzten Zeit wieder weniger, aber zwischendurch bin ich mal ziemlich oft ins Kino gegangen. Ich bin auch ganz fasziniert gewesen, was auch in den neueren Filmen an Werten drinsteckt, die durchaus auch zu tun haben mit christlichen Inhalten oder tief religiösen Fragen. Es ist sehr auffällig, wie so was im Hintergrand steht.
YP: Haben Sie eine Lieblingsfarbe?
RUK: Grün!
YP: Lesen Sie die Youthpaper überhaupt?
RUK: Ja natürlich! Das lasse ich mir nicht entgehen! Und ich bin sehr fasziniert wie kreativ sie gestaltet ist und was Ihr Euch einfallen lasst...
YP: Das freut uns! Sagen Sie mal, wie gefällt Ihnen der Berliner Sommer?
RUK: Sehr wechselhaft! Aber ich bin eigentlich gar nicht dazu gekommen, den Berliner Sommer richtig zu geniessen
YP: Wo genau kommen Sie eigentlich her und seit wann sind Sie hier in der ApoJo? Erzählen Sie mal ein bisschen.
RUK: Aufgewachsen bin ich in Berlin-Wilmersdorf/Schmargendorf. Dort war ich in der Kreuzkirchengemeinde. Auch meine Eltern waren mit der Gemeinde verbunden, da sie dort in einem Hauskreis waren. Das Gemeindeleben habe ich als ein sehr Positives erlebt. In Wilmersdorf ging ich aufs Evangelische Gymnasium. Durch den Konfirmandenunterricht bin ich dann auch selber in die Gemeinde hineingewachsen. Das Fragen über den Glauben, das ich in einem Gesprächskreis erlebte, führte dann auch dazu, dass ich Theologie studierte. Ein weiterer Grund war, dass das Studium sehr interessant und breit gefächert ist Es sind die Geisteswissenschaften vertreten, Geschichte, Sprachen usw. Ich hatte gar nicht unbedingt das Ziel, Pfarrer zu werden, sondern hatte einfach Lust, mich damit intellektuell auseinander zu setzen... Später wurde mir klar: Es ist wichtig, dass du auch weitersagst, was dich selber im Glauben trägt.
YP: Haben Sie in Berlin studiert?
RUK: Ich habe in Berlin angefangen. Nach 2 Jahren ging ich nach Tübingen. Man musste ja auch mal raus aus Berlin! Dann studierte ich ein Jahr in der Schweiz, und anschliessend ging ich zurück nach Berlin, wo ich mein Examen machte. Das war 1993. Dann ging ich wieder in die Schweiz. Dort habe ich mein Vikariat gemacht. Ich hätte also auch dort Pfarrer werden können, aber ich wollte lieber wieder zurück nach Deutschland. Ich hatte den Eindruck, dass die geistliche Aufgabe hier die vordringlichere ist. Dann bin ich von der Kirche entsandt worden ins Brandenburgische, nach Golßen in der Niederlausitz. Da war ich über vier Jahre lang. Ja, und im März 2001 kam ich dann hierher in die ApoJo...
YP: War das Zufall?
Foto RUK: Nein, es war mein Wunsch, nach Berlin zu kommen. Vor allen Dingen, weil ich im Brandenburgischen keine Bekannten oder Freunde hatte. Eine Zeit lang ist das zwar mal ganz schön, etwas anderes kennen zu lernen. Aber es ist auch wichtig, dass man seinen sozialen Rahmen - also Freundschaften und Familie - hat und auch pflegen kann.
YP: Wie verlief für Sie das Einleben in der ApoJo?
RUK: Eigentlich bedeutete es viel Zeit und Mühe, weil der Rahmen hier von vielen Mitarbeitern geprägt ist. Ich kam nicht her als jemand, der einen Neustart macht. Es war eine neue Erfahrung, da man sich einfügen muss und sehr sensibel sein muss für das, was da ist und mit wem man zusammenarbeitet. Auf der anderen Seite ist es ja auch so, dass ich nicht nur hier in der Gemeinde tätig bin, sondern auch eine halbe Stelle in der Schule habe...
YP: Hier in der Märkischen Grundschule, oder?
RUK: Genau und das ist am Anfang auch nicht ganz einfach gewesen. Es braucht einfach mehr Zeit, wenn man immer hin- und herpendelt, um sich auf beides einzustellen. Mit der Zeit wird es aber leichter...
YP: Was sind Ihre Hauptaufgaben hier in der Gemeinde?
RUK: Eigentlich bin ich überall dort involviert, was die grundsätzlichen pfarramtlichen Dinge anbetrifft, z. B. Gottesdienste, Seelsorge, Beerdigungen und die Aufgaben der Gemeindeleitung (z.B. GKR-Sitzungen). Solche Arbeitsbereiche lassen sich nur schwer auf 50% reduzieren... Schwerpunktmässig mehr bin ich in der Jugendarbeit tätig, z.B. im CVJM und im Mitarkeiterkreis.
YP: Die Ascheberg-Freizeit steht bevor. Sind Sie schon im Stress? Oder überwiegt (noch) die Vorfreude?
RUK: Im Moment sind wir schon dabei, das Arbeitsheft für die Mitarbeiter zu erstellen Und ich befürchte und freue mich darauf, dass noch einiges an Arbeit auf uns zukommt mit der konkreten Gestaltung der Abende.
YP: Letztes Jahr waren Sie das erste Mal auf der Konfafahrt in Ascheberg. Was war für Sie das Wichtigste? Oder erzählen Sie einfach mal, wie es Ihnen da ergangen ist...
RUK: Fasziniert war ich davon, wie intensiv die einzelnen Themenabende gestaltet waren. Das fand ich sehr beachtlich! Man konnte spüren, dass diese Freizeit auch für die Mitarbeiter ein Erlebnis war, was sie geprägt hat und was sie anderen auch mitgeben wollen.
YP: Dafür nimmt man dann auch diesen Stress auf sich, oder...?
RUK: Ja! Es ist auch schön gewesen, wie persönlich es wurde, wenn einzelne über ihren Glauben gesprochen haben. Das ist ja auch nicht in jedem Rahmen möglich. Es war ein sehr gutes Zusammensein.
YP: Können Sie Sich an dieses Foto (siehe oben) erinnern? Was für eine Szene war das?
RUK: Das war die Geschichte vom verlorenen Sohn. Das ist eine der schönsten Geschichten der Bibel. Wir haben sie einfach so nachgespielt, wie sie in der Bibel steht.
YP: Was würden Sie jemandem raten, der jetzt zum ersten Mal die Möglichkeit hat, auf die Konfafahrt mitzufahren? Könnten Sie diesem einen Tipp geben?
RUK: Ich würde ihm auf jeden Fall raten, diese Freizeit wahrzunehmen. Diese Gelegenheit kommt, glaube ich, im Leben nicht wieder. Man kann natürlich später auch als Mitarbeiter mitfahren, aber dann ist es mit sehr viel Arbeit verbunden. Und einfach so daran teilnehmen zu können und es einfach auf sich zukommen zu lassen, was andere vorbereitet haben, ist, denke ich, ein schönes Erlebnis. Mein Rat wäre: sich einfach darauf einzulassen! Und was ich bei der Konfafahrt sehr spannend und gewinnbringend finde, ist, dass auch Jugendliche (also nur etwas Ältere) den Konfirmanden vom Glauben und ihren Erfahrungen damit erzählen. Das ist etwas ganz besonderes, was man sonst vielleicht nicht erlebt.
YP: Vielen Dank für das Gespräch!
 

 
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