Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 55 (September 2002)

Bibellesen: 2. Korinther 7 (Teil 2)

von Martin/YPR

II. Die Traurigkeit nach Gottes Willen (Vers 5-16)

Betrachten wir den Vers 5!

Paulus erleidet in Mazedonien viele Bedrängnisse. Aber wie hat Gott Paulus getröstet und geholfen nach seinem ersten Schritt? Schaut Euch die Verse 6 und 7a.

Wahrscheinlich in Mazedonien hat Paulus Titus getroffen und war außer sich vor Freude.

Wie wirkt sein Brief in der Gemeinde in Korinth? Hierzu die Verse 7b bis 9 an.

Paulus schrieb in großer Trübsal und Angst einen Tränenbrief an der Gemeinde in Korinth. Er hat in diesem Brief die Gemeinde zurechtgewiesen und zur Umkehr aufgefordert. Aus der Gnade Gottes reagierte die Gemeinde genauso, wie Er es sich erhofft hatte. In Vers 15 können wir erkennen, dass der Heilige Geist bereits von der Ankunft von Titus in der Gemeinde Reue geweckt hat.

Was hat Paulus aus dieser Wirkung in Korinth kennengelernt? Paulus äußerte, dass er mit dem Tränenbrief die Christen in Korinth traurig gemacht hat. Paulus hat diese Traurigkeit als eine Traurigkeit nach Gottes Willen betrachtet. Paulus hat hier zwei Arten der Traurigkeit geschildert. Vers 10 geht darauf ein.

Was ist die Traurigkeit? Unter diesem Wort kann man sich an Kummer, Schmerz und Trauer erinnern. Aber was ist die Traurigkeit nach Gottes Willen? Nach meiner Meinung kann Traurigkeit nach Gottes Wille durch Erschütterung ersetzen, die zur wahren Buße führt. Was bedeutet die wahre Buße?

1) Die wahre Buße heißt: Den falschen Weg erkennen

Wir müssen uns im Alltagsleben einen Spiegel vorhalten lassen, jeder persönlich. Wie wir mit den Menschen umgehen, denen wir täglich begegnen. Sind wir ehrlich? Spielen wir jemandem etwas vor? Oder stellen wir uns vor, wir sollen uns selbst, so wie wir sind, malen. Wäre das ein stimmiges Bild? Stimmen Reden und Handeln überein? Oder entdecken wir, dass etwas falsch läuft und widersprüchlich ist?

2) Die wahre Buße heißt: Etwas beenden, mit etwas aufhören
Bevor wir uns ändern, müssen wir aufhören mit dem, was nicht gut ist. Denken wir einmal nach: Was würden wir gerne aufgeben, loswerden, welche Schuld drückt uns, welches unehrliche Verhalten?

3) Die wahre Buße heißt: Neues lernen und einüben
Neue Schritte wagen. Das ist der entscheidende Punkt. Die Bibel sagt nicht, man soll einfach das Böse unterlassen. Nein, die wahre Buße bedeutet, in die andere Richtung hin aktiv zu werden. Alles andere wäre eine halbherzige Buße. Dieser dritte Schritt ist zugleich der Schwierigste. Er bedeutet eine Wendung um 180 Grad.
Ein Beispiel der Gemeinde in Korinth: In Vers 11 erkennen wir, dass die Christen in Korinth ihre Fehler bekannt haben und dafür demütig Buße getan haben. Das ist eine Sinnesänderung. Wir bemerken die Schrecken der Herzen und Gewissen der Korinther, die ihre Sünden erkennen und sich vor dem Zorn Gottes fürchten. Gleichzeitig erkennen wir, wie sie die im Evangelium angebotene Gnade und Vergebung der Sünde annehmen: Sie wurden betrübt nach Gottes Sinn, und das wirkte die Seligkeit. Es ist nicht bloß bei der schuldbewussten Gesinnung geblieben, sondern ihre Umkehr hat konkrete Konsequenzen in der Gemeinde gezeigt. Man bemühte sich, den erkannten Anstoß zum Ärgernis, zu eleminieren. Aber wir können es auch als erwiesen ansehen, dass der Heilige Geist in der Gemeinde darüber hinaus eine Bewahrung im rechten Glauben bewirkte. Denn der Apostel äußert sich jetzt sehr wohlwollend den Korinthern gegenüber und hat keinen weiteren Tadel mehr anzubringen. So waren die Korinther also von ihrer anfänglichen Dünkelhaftigkeit und Selbstgerechtigkeit zurückgekehrt zur Gerechtigkeit Christi allein aus der Gnade.

 
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Rubrik Glauben