Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 45 ( Februar 2000)

Ist die ApoJo die Hölle?

von Norman Wille

Bild: Hoelle-Plakat   Unser Kirchenkreis ist in die Werbeoffensive gegangen, große Plakatwände, wie etwa in Alt-Reinickendorf, oder Transparente, wie bei Apostel-Petrus oder bei uns, sollen einen Werbeeffekt erzielen, doch frage ich mich bei einigen Motiven ernsthaft: "welchen"? Von der Außen-Altarseite unserer Kirche prangt es uns entgegen: "Hölle" verbunden mit einem seelsorgerischen Gesprächsangebot und einer Telefonnummer. Dieses Plakat, was katastrophalerweise bereits seit der Adventszeit(!) unsere Kirche verunstaltet, hat in meinen Augen weder einen künstlerischen Wert, noch ist es ansprechend gestaltet, noch bringt es sein eigentliches Angebot, ein offenes Ohr in der Kirche für alle, angemessen zum Ausdruck. Was soll das? Eine dunkle Szene, das Wort "Hölle" und ein Pfeil nach unten, der eigentlich auf einen Gullideckel zeigt, der aber durch den Schriftzug "Willkommen in der Kirche" auf rotem Grund, verdeckt ist - eine Glanzleistung des Layouters und ein Widerspruch in sich, denn in dieser Szenerie fühlen sich höchstens Grufties wohl.
 

Willkommen in der Kirche-Plakate

2000Jesus   "Guck mal, da drüben ist nich mehr die Kirche, da ist jetzt die Hölle", hörte ich an den Weihnachtstagen einen Passanten sagen, die einen Blick auf unser "Werbeplakat" geworfen hatte. Mit diesem Motiv jedenfalls werden wir bei uns niemanden willkommenheißen, sondern eher die Vorurteile derjenigen bestätigen, für die ein Gottesdienstbesuch ohnehin die Hölle ist. Wobei man sagen muß, daß man diese Leute mit einem Plakat wohl sowieso nicht erreichen könnte.

Dies wirft wiederum die Frage auf, was diese Werbeaktion überhaupt bewirken soll. Auffallen um jeden Preis? Manche Bilder dieser Werbereihe legen einen solchen Schluß nahe. Ist es uns das wert? Mir jedenfalls ist das zu teuer.

Ich möchte jedoch diese Werbung auf keinen Fall generell verdammen, dafür sind einige der insgesamt 8 Motive zu gut (Pinguine, Heidi und Almöhi, der zertretene Dickmann und der Kirchenchor), aber warum bieten wir bei uns die ganze Zeit nur Platz für die schlechten Plakate (auch die Schwangerenberatung war nix dolles)? Ich hoffe inständig, daß zumindest zum Osterfest ein einladenderes Motiv unsere Kirche ziert.

Leider mußte das sehr schön gestaltete und von der Form her interessante "Jesus 2000"-Transparent zum Schutz unserer Gemeindeaußenhaut entfernt werden. Schade, die Guten müssen halt immer zuerst dran glauben.

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, daß dieser Artikel nur meine persönliche und nicht die Meinung der Redaktion widerspiegelt. Dieser Beitrag soll als eine Anregung zur Diskussion verstanden werden. Über kritische Zuschriften würden wir uns freuen.
 


An dieser Stelle möchten wir zwei Plakat-Alternativen vorstellen. Sie wurden uns von der Newspaper-Redaktion dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.
 

Willkommen in der Kirche
 

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Willkommen in der Familie
 

 
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