Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 4 (Februar 1993)

River Runs Red

Immer mehr Musiker fangen an, auch Lieder zu texten, in denen sie Stellung beziehen und kritisieren. So verkleidet Billy Joel seine Kritik in eine Geschichte, wie sie tagtäglich für viele Menschen dieser Erde geschehen könnte. In seinem Lied "The Downeaster Alexa" schlüpft er in die Rolle eines Fischers, der mit seinem Boot Alexa in immer weiter von der Küste entfernte Gewässer fahren muß, damit er überhaupt noch Fische fangen kann. Trotz harter Arbeit mußte er sein Haus verkaufen, hat Rechnungen zu bezahlenund zwei Kinder zu versorgen. Es gibt aber kaum noch Fisch - nur Gott weiß wo. Er ist Fischer, der, wie alle anderen Fischer auch, keine Zukunft mehr in seinem Beruf sieht.

Die amerikanische Band Queensryche spricht in ihrem Lied "Resistance" davon, wie der Pflug Grasland in Sand umwandelt, der vom Wind weggeweht wird und das Land so für immer unbrauchbar macht.

Midnight Oil hat ein Lied geschrieben, in dem sie ihre Kritik auf ihre Art und Weise zum Ausdruck bringen.

River Runs Red

So you cut all the tall trees down
You poisoned the sky and the sea
You've taken what's good from the ground   
But you left precious little for me
You remember the flood and the fall
We remember the light on the hill
There should be enough for us all
But the Dollar is driving us still

River runs red
Black rain falls
Dust in my hand
River runs red
Black rain falls
On my bleeding land

So we came and conquered and found
Riches of commons and kings
Who strangled and wrestled the ground
But they never put back anything
Now I'm trapped like a dog in a cage
Wherever the truth is pursued
It must be the curse of the age
What's taken is never renewed

Der Fluß wird rot

Du holzst alle großen Bäume ab
Du vergiftest den Himmel und das Meer
Du hast dem Boden alles Gute genommen
Du hast mir höchstens ein bißchen gelassen
Erinnerst Du Dich an die Flut und den Wasserfall
Wir erinnern uns an das Licht auf dem Hügel
Es sollte genug für uns alle sein
Aber der Dollar stellt uns ruhig

Der Fluß wird rot
Schwarzer Regen fällt
Dreck in meiner Hand
Der Fluß wird rot
Schwarzer Regen fällt
Auf mein blutendes Land

Wir sind gekommen, haben erobert und gegründet
Gewöhnliche und Königreiche
Die den Boden erdrosseln und sich abmühen
Aber sie haben nie etwas zurückgegeben
Nun bin ich gefangen wie ein Hund in einem Käfig
Überall, wo die Wahrheit zählt
Muß es ein Unglück dieses Zeitalters sein
Daß alles was genommen wird nicht wieder erneuert wird

In Brasilien wird jährlich eine Fläche gerodet, die so groß ist wie Nordrhein-Westfalen und Hessen zusammen. Das entspricht einer Fläche von bis zu 80.000 Quadratkilometern (Berlin=883km²). Man darf nicht denken, daß Brasilien das einzige Land ist, in dem derartige Flächen (im Verhältnis zur Landesgröße) in Wüsten verwandelt werden. Das ist in Indien, Kamerun, Ghana, Gabun, der Elfenbeinküste usw. nicht viel anders. Nun fragt man sich vielleicht: Na toll, und was soll ich daran ändern? Dafür gibt es sicherlich kein Patentrezept. Auf jeden Fall ist es mit Diskussionen und Reportagen im Fernsehen nicht getan, die einem das Elend verdeutlichen. Denn man hat die Sendung gesehen und fühlt sich nun wieder vor die oben genannte Frage gestellt. Informationen sind ja ganz gut und schon, aber mal ehrlich: Bringt uns das allein weiter? Wissen wir eigentlich, was mit diesen Tropenhölzern passiert und in welche Linder sie zu welchen Zwecken exportiert werden?

Es mag sein, daß wir auf direktem Wege nichts tun können. Aber indirekt. Nämlich dann, wenn uns klar wird, warum und wofür Regenwald gerodet wird. Größtenteils ist das für unseren Luxus. Zum Beispiel werden Flächen für Fabriken (VW in Brasilien), Plantagen (für Kaffe, Kakao, Bananen etc.) und Weideflächen zur Verfügung gestellt. Wer kennt schon nicht Rindfleisch aus Argentinien, Chiquitita-Bananen aus Brasilien, den VW Käfer oder brasilianischen Hochlandkaffee?

Umweltschutz fängt doch im Kleinen an! Was ist mit dem vier(!) mal eingepackten Kaugummi? Warum stellt Coca-Cola von den umweltfreundlichen Glasflaschen auf Plastikflaschen um? Sollten wir nicht vielmehr auf diese Dinge auch mal Rücksicht nehmen? Vielleicht müssen wir auch nicht die Cola-Dose oder das Kaugummipapier einfach auf die Straße schmeißen - nach dem Motto: Jetzt bin ich's los! Was wir jetzt loswerden, bekommen vielleicht schon unsere Kinder hart zu spüren.

Gott hat diese Welt geschaffen, mit allem , was darin ist. Gott hat den Menschen in diese Welt gesetzt, von der er sagte, daß sie gut ist. Der Mensch hat sich allerdings von Gott abgewendet. Damit muß ER für alles, was ER auf der Erde tut, die volle Verantwortung übernehmen. Was haben wir mit dieser Verantwortung nur gemacht? Aufgrund der Zivilisation sterben täglich tausende von Tier- und Pflanzenarten einfach aus. Haben wir Gott gefragt? Er hat uns erlaubt, daß wir uns die Erde untertan machen sollen. Das heißt aber nicht, daß wir sie zerstören sollen.

Für alles, was wir tun, müssen wir vor Gott Rechenschaft ablegen. Keiner wird drum herumkommen. Auch Du nicht! Deshalb dürfen wir nicht länger so tun, als könnten wir für immer so weiterleben. Unser Luxus und unsere Zivilisation fordern einen hohen Preis: die schrittweise Zerstörung von Gottes Schöpfung.

Euer Müscha

 
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Rubrik Glauben