Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 41 (Juli 1999)

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein

1. Thessalonicher 5, 16-24

von Hauskreis "LiBer WiNeTu"

16Seid zu jeder Zeit fröhlich!
17Hört niemals auf zu beten.
18Vergeßt auch nicht, Gott für alles zu danken. Denn das erwartet Gott von seinen Kindern.
19Laßt den Heiligen Geist ungehindert in euch wirken!
20Hört auf das, was er euch sagt!
21Prüft alles sorgfältig, und behaltet nur das Gute!
22Das Böse aber – ganz gleich in welcher Form – meidet wie die Pest.
23Mein größter Wunsch ist, daß Gott euch mit seinem Frieden erfüllt und ihr ohne jede Einschränkung ganz ihm gehört. Nur so könnt ihr, wenn unser Herr Jesus Christus wiederkommt, rein und fehlerlos an Geist, Seele und Leib vor ihm erscheinen.
24Gott hat euch das ja zugesagt; er ist treu, und was er verspricht, das hält er auch.

(Hoffnung für alle)

Der erste Brief des Paulus an die Thessalonicher ist zugleich auch der älteste Brief im Neuen Testament. Er entstand ca. 50 n.Chr..Paulus schrieb ihn, wie der Name schon sagt, an die Gemeinde in Thessalonich in Griechenland, die eine der ersten christlichen Gemeinden war. Die Christen galten zu dieser Zeit in der Bevölkerung noch als Spinner oder Sektierer, die vom rechten Weg abgekommen waren. Sie wurden beschimpft und mußten sich allerlei Anfeindungen gefallen lassen. Mitten in diese schwere Zeit hinein schrieb Paulus diesen Brief an die Gemeinde in Thessalonich. Paulus wußte ganz genau, wie es den Christen dort ging, wurde er doch selbst als Irrlehrer beschimpft und von den Juden verfolgt. So fängt er auch mit Zuspruch und Lob für die Gemeinde an. Er dankt Gott für das Wachsen des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung in der Gemeinde und für die Annahme des Evangeliums trotz der vielen Anfeindungen und der Verfolgungen. Paulus macht ihnen Mut und ermahnt sie zugleich, an ihrem Glauben festzuhalten, und ihr Leben ganz nach Gottes Willen zu gestalten.

Im letzten Kapitel hat Paulus ein paar ganz konkrete Ratschläge für das Leben als Gemeinde, um den täglichen Anfechtungen gewachsen zu sein.

Aus diesem Abschnitt nun ein paar Gedanken zu den oben zitierten Versen.

Als ganz besonders wichtig erachtet Paulus das Gebet (17+18). Damit meint er sowohl das persönliche Gebet als auch das Gebet mit der ganzen Gemeinde. Gott möchte, daß wir ihm nicht nur unsere Probleme und Sorgen erzählen, er möchte genauso auch, daß wir dankbar sind für alles, was er uns schenkt. Heutzutage sehen wir so viele Dinge als selbstverständlich an, daß wir vergessen, wem wir das alles zu verdanken haben. Wir haben immer so viel zu bitten, daß wir das Danken vergessen. Dabei erwartet Gott genau das von uns und freut sich über jedes Dankgebet genauso wie er sich freut, wenn wir ihm unsere Probleme sagen.

Ein weiterer Ratschlag von Paulus (19): Gebt dem Heiligen Geist mehr Raum in eurem Leben. - Lassen wir überhaupt noch zu, daß Gottes Geist Raum in unserem Leben hat? Wir müssen heutzutage dem Heiligen Geist einen Platz in unserem Leben freischaufeln. Freischaufeln von Hektik, Lärm, Streß und Geschäftigkeit und einen Platz schaffen, der still und ruhig ist, an dem man zuhören kann, was er uns zu sagen hat. Nicht umsonst ist die Stille Zeit ein Eckpfeiler des Christseins. In Vers 21 sagt Paulus, daß wir prüfen sollen, was gut oder schlecht für uns ist, was mit unserem Glauben vereinbar ist und was nicht.-Welche Bereiche in meinem Leben würden einer eingehenden Prüfung nicht standhalten?

Paulus macht aber auch ganz deutlich (24), daß Gott bei allem, was er uns zumutet, hilfreich zur Seite steht und uns auf unserem Lebensweg immer treu bleibt.

Lest doch einfach mal den ganzen Brief in einem Rutsch durch. Er besteht auch nur aus fünf kurzen Kapiteln. Es lohnt sich auf jeden Fall, weil im Zusammenhang die Briefform erkennbar wird und die Zusagen von Paulus an die Gemeinde noch deutlicher werden.

 
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Rubrik Glauben