Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 2 (November 1992)

Put your hand in the hand

Put your hand in the hand of the man who stilled the water. Put your band in the hand of the man who calmed the sea. Take a look at yourself and you can look at others differently. Nimm den Mann an die Hand, der das Wasser ruhig stellte. Nimm den Mann an die Hand, der den See schweigen ließ. Wenn du diesen Mann aus Galiläa bei der Hand nimmst, lernst du, dich selbst zu sehen und dann kannst du auch andere anders betrachten.
Everytime I look into the Holy Book I wanna tremble. When I read about the part where a carpenter cleared the temple. For the buyers and the sellers we are now different fellows than what I profess to be. And it causes me pain to know I'm not the guy that I should be. Jedesmal, wenn ich in die Bibel schaue, möchte ich zittern. Sobald ich die Stelle lese, wo ein Zimmermann den Tempel reinigte. Diese Käufer und Verkäufer sind nicht verschieden von dein Typ, den ich verkörpere. Und es tut mir weh, zu wissen, daß ich nicht der Mensch bin, der ich sein sollte.
Mama brought me to church before I reached the age of seven. Where the soul-savin' preacher socked it to me and got me to heaven. But accepting the man and acting upon him are two different things. And through his Holy Book I'm finding out the guy that I should be. Meine Mutter schickte mich schon mit sieben Jahren zur Kirche. Dort brachte mich der seelenrettende Prediger zum Glauben. Aber nach den Gesetzen Jesu zu leben, ist etwas anderes als sie nur zu hören und zu akzeptieren. Durch die heilige Schrift jedoch fand ich heraus, wer ich wirklich bin.

In diesem Text gibt es sicherlich viele Stellen, auf die man näher eingehen könnte. Ich möchte mich aber diesmal auf einen Satz beschränken, der mir besonders aufgefallen ist. So habt Ihr auch viele Möglichkeiten, über manches selbst nachzudenken.

Take a look at yourself and you can look at others differently - Schau Dich selbst an, dann kannst Du auch andere anders betrachten.

Was soll das nun konkret heißen? Soll ich vielleicht morgens etwas länger in den Spiegel schauen und schon ändert sich meine Betrachtungsweise für andere?

Nun, so absurd ist diese Idee gar nicht. Wie denken wir denn über andere Mitmenschen? Wie leicht lästern wir über den Nachbarn mit dem Buckel und der schiefen Nase, über den Sprachfehler unseres Klassenkameraden oder über die Narbe im Gesicht des Physiklehrers? Aber sind wir denn soviel besser? Welches Recht haben wir denn, andere Menschen zu richtennach gut und schlecht, schönund häßlich, klug und dumm? Und nach welchen Maßstäben gehen wir dabei vor? Weltliche Schönheitsideale, Intelligenz, Geld und Einfluß zählen - jedenfalls in unseren Augen.

Aber einer richtet nach anderen Maßstäben: Gott. Wir alle sind seine Kinder und haben in seinen Augen weder Vor- noch Nachteile untereinander. "Ob man arm ist oder reich, vor Gott sind wir alle gleich." heißt es in einem Lied von Andreas Biermann. Welches Recht haben wir also, andere Menschen nach unseren Maßstäben zu richten, wenn wir selbst nicht mehr oder weniger vor Gott gelten als sie.

Die Bibel geht noch einen Schritt weiter:

"Mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird man euch wieder messen." spricht Jesus (Lk 6, 38a). Urteilen wir über andere, so werden wir mit eben diesem Urteil, gerichtet werden. Des weiteren heißt es in Matthäus 12, 36, daß wir Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnützigen Wort, das wir geredet haben. Wie werden wir dann dastehen vor Gott mit unseren weltlichen Maßstäben? Besitz, Macht, Schönheit; alles das werden keine Argumente sein, weil sie vor ihm nicht zählen. Jesus hält uns nun einen Spiegel vor. Wenn wir ihn annehmen und ihm folgen, werden wir anfangen, uns selbst kennenzulernen. Denn Jesu Spiegel verzerrt nicht wie alle anderen, weltlichen Spiegel. Durch ihn werden wir den Menschen finden, der wir eigentlich sein sollten (siehe Lied).

Und wenn wir uns durch ihn bewußt werden, daß Gottes Maßstäbe anders sind als die dieser Welt und daß es vor ihm kein reich oder arm, kein schön oder häßlich gibt, tolerieren wir auch leichter die Schwächen der anderen. Wir haben es jetzt nicht mehr nötig, über den Fehler eines Mitmenschen zu lästern, weil wir wissen, vor Gott ist dieser Mensch genauso viel wert wie ich, auch mit diesem Fehler. Jesus befreit uns von den Maßstäben dieser Welt. Er zeigt uns sowohl unsere Stärken als auch unsere Schwächen (vgl. Gal 6, 4+5). Doch wir lernen, unsere Stärken ohne Stolz zeigen und unsere Schwächen ohne Angst zugeben zu können, denn jeder Mensch ist vor Gott gleichwertig. Jesus mahnt uns:

"Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?" (Lk 6,41+42)

Darüber sollten wir einmal nachdenken.

Amen.

Euer Herm

 
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Rubrik Glauben