Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 2 (November 1992)

Konfafahrt Mölln 1992

Vorwort

Hallo!

Nun haltet Ihr bereits die zweite Ausgabe unserer Youthpaper in den Händen. Worum es diesmal geht, müßtet Ihr eigentlich schon am Untertitel gemerkt haben: Wir wollen noch einmal die Konfafahrt 1992 Revue passieren lassen. Zu allen Tagen haben wir Tagesberichte geschrieben, die bei den Beteiligten hoffentlich Erinnerungen wecken und auch die anderen in das Geschehen reinschnuppern lassen. Normalerweise begann es fir die Mitarbeiter mit einer morgendlichen Andacht. Schnell bürgerten sich auch "Gangparties" ein, d h man traf sich vor den Zimmern - auf dem Gang halt - um zu quatschen o.ä.

Es war wirklich eine sehr gesegnete Fahrt. Denn obwohl zwei wichtige Persönlichkeiten fehlten, half es an vielen Stellen, einfach auf Gott zu vertrauen, so konnte nichts schiefgehen. Aber lest lieber selbst nach, was so los war. Für weitere Fragen stehen gerne alle Konfafahrer zur Verfügung (oder??). Wer übrigens eine Erinnerung in seinem Zimmer hängen haben will, kann das "Poster" in der Mitte raustrennen und aufhängen. Das erfrischt dann die Erinnerung mehr als zwei Stunden und hat bestimmt keine Kalorien! Toll, nicht ?!

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch

Die Redaktion!

Montag, der 5.10.92

Montag, 5.10.92, endlich ist es soweit! Die Koffer sind gepackt, bestimmt hat man die Hälfte vergessen, aber das merkt man eh immer zu spät. 8.00 Uhr! Jetzt wird's Zeit, der Bus wartet nicht, also die Koffer in die Hand und los ! Ganz schön schwer so eine Konfafahrtausrüstung, aber der Gemeindeplatz ist ja nicht weit. Doch kein Bus in Sicht. Naja, dannwird er wohl bald kommen. Aber man wartet vergeblich. Das Wetter ist kalt, der Himmel bedeckt, die Gesichter betrübt, der Bus kaputt. Doch so lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen!. Nach einigem Warten kommt er dann nämlich doch: Der Bus! HURRA! Also, nix wie rein und Abfahrt. Ein kurzer Aufenthalt zum..., naja, ansonsten keine besonderen Vorkommnisse.

Der Tannenhof erwartet uns mit Regen, ohne Mittagessen und im alten Gebäude, wo die Betten quietschen (wenn überhaupt genug vorhanden sind). Aber schlechte Laune? Nicht die Spur. Ein wenig Wehmut, weil das traditionelle Fußballspiel Konfis gegen Mitarbeiter wortwörtlich ins Wasser fallen muß, aber die Turnhalle ist ja offen: Tischtennis, Basketball oder einfach nur Austoben vertreiben alle anfänglichen Stimmungstiefs.Mit mittaglichem Abendbrot gestärkt, geht man in den Abend. Begrüßungsabend:

Dieser erste Abend in Mölln beginnt mit einem Dingsda-Spiel, bei dem es gilt, verschiedene Begriffe, die irgendetwas mit Till Eulenspiegel zu tun haben, zu erraten. Dingsdakinder sind die Mitarbeiter, so lernt man sich gleich kennen. Nach diesen Begriffen werden wir dann in Gruppen eingeteilt und der Wettkampf kann beginnen. Tauziehen, einvöllig verrücktes Luftballonspiel und eine nerven- und knieaufreibende Schildkrötenstaffel stehen auf der sportlichen Tagesordnung. Geschwitzt geht es in den kreativen Teil des Abends: Total sinnlose Gegenstände sollen von uns in eine Till Eulenspiegel Geschichte eingebunden und das Ergebnis vorgespielt werden. Da man nicht auf den Kopf gefallen ist, enstehen sehr ausgefallene, hollywoodreife Theater stücke. Jeanette schließt den Abend letztlich mit einer kurzen Ansprache ab, und die quietschenden Betten sind nun eine reine Wohltat für die abgeschlafften Körper. Gute Nacht!

Euer Herm

Dienstag, 6. 10.92

So, das war also die erste Nacht! Die Mitarbeiter waren ja echt "vorbildlich" (?!). Wir schwangen uns also mit neuem Elan in den nächsten Tag, der einige Überraschungen bergen sollte.

Die Mitarbeiter begannen den Tag mit einer erfrischenden Andacht (was manche nach dieser Nacht zuzüglich einer kalten Dusche wirklich nötig hatten). Dort hieß es unter anderem in Psalm 1: "...Wer das Gesetz des Herrn befolgt.... dem gerät sein Tun wohl !" Manche von uns MAs (Mitarbeiter) hatten ja Teile des Tages vorbereitetund waren nun seeehr kribbelig, aber sicher, daß mit Gott an der Hand alles klappen wird.

Eine Kostprobe morgendlicher Möllnfrische gab es beim Singen am Kreuz. Dann kam das erste Frühstück (MAs und Konfis taten noch etwas "distanziert": Es gab (fast) reine MA- und Konfi-Tische !), worauf der erste Filmteil des - trotz "kleiner" technischer Macken - unvergleichbar faszinierenden, eindrücklichen Jesusfilms folgte. Dann ging es ans Einteilen der Bibelgruppen für die ganze Woche. Man höre und staune: Dort gab es u.a. auch eine "frauenemanzipierte" und eine "männeremanzipierte" Gruppe, in denen nur die MAs aus der Rolle fielen. In diesen Kleingruppen jedenfalls hatten wir viel Spaß beim gegenseitigen Kennenlernen und Austauschen.

Nach dem Mittagessen fieberten die Leute des Vorbereitungsteams für die Lagerolympiade schon auf ihren Einsatz. Doch es hatte den Anschein, als müsse die Hälfte ins Wasser fallen. Aber, wie sagt man immer: Christen sind flexibel. Und - sieh an, schau da - auf einmal stand ein auf den Pladautz fertig ausgearbeitetes Alternativprogramm auf der Matte. Es war für alle was da: Teebeutelweitwurf für Sportler, Origami für Leute, die meinen, sie wüßten, wie ein Pinguin aussieht, Luftballonrasieren für unsere heranwachsende männliche Generation (man sah aller dings, wie die Frauen sich auch hier zu emanzipieren versuchten), Bibelquiz für die, die beim Film nicht gepennt hatten, Ländernamen- (wie "Powerland": People of wealth, erotic, right living and new dimensions), Länderwappen- und Länderslogan erfinden für die Politiker unter uns und Grütze(fr)essen für die, denen schon lange nicht mehr übel war.

Für alle die, die danach nicht genug hatten, war das Abendessen der nächste gemeinsame Treffpunkt. Mit vollen Bäuchen bereiteten wir uns (also das Vorbereitungsteam für den Abend) auf unsere bevorstehende Weltreise vor, die ihren Namen zu recht trug. Eine Reise gewinnt man schließlich nicht alle Tage, und so landeten wir - einen haarigen Völkerballkampf mit australischen Aboriginals gerade noch mal überstanden - direkt in Schottland/Loch Ness, wo zwei hevorragend dudelsackspielende, waschechte Schotten gerade dabei waren, das traditionelle jähr liche Treffen aufgrund der Nessi-Sage einzuberufen. Noch am selben Abend ging's weiter nach L.A., wo gerade wieder ein Erdbeben gemeldet wurde. Also wurden - der Höhe nach bewertete - Kartenhäuser als provisorische Lösung errichtet. Jedoch in Hollywood ließ man sich nicht stören, sondern übte stattdessen Sketche zur allgemei nen Belustigung ein, die von L.T. & dem Regisseur (oder wer war das ?!) einer kurzen Bewertung unterzogen wurden. Obwohl wir anschließend in Rio aufgrund der hohen Kriminalität einen "Extra-Super-Sicherheits-Kurs" in Form von Mord im Dunkeln über uns ergehenließen, verloren wir einen wertvollen MA. Es wurde eine Blitzsuchaktion gestartet und mit ca. 40 Mann das Gelände durchkämmt. Noch mal Glück gehabt, hinterm Auto lag er! Wir verpaßten die nächste Maschine also nicht und landeten wohlbehalten in Ägypten, wo wir von zwei äußerst netten Ägyptern begrüßt wurden, und einige eine Ausbildung zum Mumienwickelmeister machten.

Nach dieser "weltweiten Allgemeinbildung" flogen wir nach Mölln zurück. Dabei passierte ein kleines Mißgeschick: Eine Dame unserer Fluggäste, um genau zu sein Eva, war in den Zeittunnel geraten. Durch rechtzeitiges Handeln von geübten Rettern, betrug die Zeitverschiebung nur ein Jahr in die Zukunft. Um ihr diesen Sprung zu verschönern, gab's eine Spezialität der Fluggesellschaft: Trockenes Weißbrot und laufender Honig (!) als Geburtstagsrunde. Bald hörte man nur noch ein gleichmäßiges, ruhiges Atmen (der Konfis) im Haus.

Eure Margit

Mittwoch, 7.10.92

Hallo Erdlinge! Erinnert Ihr Euch noch an mich ?? Wegen meiner Ungeschicklichkeit im Umgang mit den intergalaktischen Neutronenstrahlen hattet Ihr Euren Actionabend auf unserem Planeten Tensid im TAED-System zugebracht. Ich muß Euch nun mitteilen, daß das von Anfang an von meinem ehrwürdigen Imperator geplant war. Wir hatten Euch schon den ganzen Tag beobachtet: Wie Ihr heldenhaft nach Mölln gewandert seid und dort nach einem kurzen Aufenthalt in der Nikolaikirche Eure Freizeit genossen habt.

Ganz besonders angetan war mein Imperator über die eifrigen Vorbereitungen für Euren Actionabend, die im Anschluß an diesen Ausflug begannen. So gab er mir und Beta-3-Strich-K-A-Dett-Omega-GTI (das war dieser fehlerhafte Roboter) den Befehl, Euch mittels der oben genannten intergalaktischen Strahlung "hochzubeamen". Ich hoffe, Ihr seid uns nicht böse! Mein Imperator und die gesamte Crew schwärmen noch heute von diesem Abend. Habt Dank für die herrliche - besser: frauliche - Modenschau, die Sketche, das Interview mit Boris Becker, den "Morgen" eines Erdehepaares, für GENESIS life und alles andere.... ! Es hat bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen. Wie kann man nur so tolle Ideen haben - das können eben doch nur Erdlinge!!

Ich darf Euch im Namen meines erlauchten Imperators, seiner "Security", Techniker und Roboter noch einmal danken. Ich hoffe, daß auch Ihr uns nicht vergeßt!

Euer Weiser Tandil

P.S.: Bitte vergeßt nicht, Ernie und Bert von uns zu grüßen!

Freitag, 9. 10.92

Nachdem wir wieder mal einen tollen Vormittag und ein Mittagessen hinter uns gebracht batten, hieß es am Nachmittag: Raus in den Wald! Es war ein Geländespiel geplant. Ganz anders als die letzten Jahre. Schnitzeljagd auf die besondere Art. Kein Kampf. Kein Jagen. Aber auf Zeit. Nach einer Schatzkarte galt es, den richtigen Weg, die Milky Way und die Bounty, die die Goldmünzen ersetzen sollten, zu finden. Anschließend wurde noch eine Aufgabe gestellt: " Bastelt bitte Eine Tischdekoration!". Deshalb machten sich gleich alle auf, halbe Baumstümpfe, ganze Aste, kiloweise Tannenzapfen, Eicheln, Laub, ja sogar Moos und Farn zu besorgen. Am Abend konnten die Ergebnisse dann vorgestellt werden.

Der Abend sollte für viele von uns einer der wichtigsten und schönsten werden.

Ein kurzes Theaterstück (mit 2 Liedern unterlegt) hat uns verdeutlicht, daß uns der Teufel mit so vielen Dingen - wie z.B. Alkohol und Geld - fesselt. Jesus Christus ist in diese Welt gekommen und ans Kreuz geschlagen worden, damit er uns von unseren Fesseln und Sünden befreien kann. Durch ihn können wir ein sinnerfülltes Leben führen. Das hat viele Konfis und Mitarbeiter sehr zum Nachdenken über ihr Leben angeregt. Ich danke Gott dafür, daß er Euch alle so lieb und reich gesegnet hat, und ich wünsche mir sehr, daß Ihr an der Entscheidung für Jesus festhaltet und dazu steht.

Der Friede des Herrn und die Liebe Gottes sei mit Euch,

Euer Müscha

Donnerstag, 8. 10.92

Drei H's bestimmten unseren heutigen Tag: Hamburg, Hafenrundfahrt und Heilsarmee.

Richtig, unser Tagesausflug stand auf dem Programm. Heide-Park oder Hamburg?? - Bis zum Mittwoch war man sich nicht sicher gewesen, was man tun sollte. Die Entscheidung aber nahm uns Mitarbeitern unerwartet Gott ab: Die Heilsarmee hatte sich in Berlin bei Gernot gemeldet und uns doch noch zu sich eingeladen (haben wir nicht einen tollen Gott?!). So fuhren wir dann getrost nach Hamburg. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt war der erste Programmpunkt die Hafenrundfahrt. Entgegen einigen Erwartungen war sie sogar sehr gut. Dann ging es zu Heilsarmee in St. Pauli. In einem Vortrag erfuhren wir, WIE die Heilsarmisten helfen und WARUM. Sehr beeindruckend fand ich ein Dia, das das ganze Viertel St. Pauli und seine Menschen wohl gut charakterisierte: Es zeigte einen "Sexschuppen", der nach vorne mit einer aufwendigen und bunten Fassade glänzte. Hinter dieser Fassade aber verbarg sich eine jämmerliche, herabgekommene Baracke....

Nach diesem interessanten Besuch hatten wir noch eine Weile Zeit, uns ein kleinwenig in Dreiergruppen Hamburg zu beschauen.

Wieder im Tannenhof beendete der Film "Der Wellenreiter von Hawaii" den Tag.

Euer Andi

Samstag, 10.10.92

Viel gibt es zu diesem Tag nicht zu berichten. Nach dem Entscheidungsabend am vergangenen Tag wurden heute Gespräche mit den einzelnen Konfirmanden geführt. Darüber, wie es weitergeht, über Probleme, Ängste, Sorgen, aber auch über alltägliche Dinge wie Hobbies, Schule und dergleichen. Da jeder drankommen sollte, mußte der ganze übrige Tag nach dem Mittagessen dafür herhalten. Diejenigen, die gerade kein Gespräch führten, beschäftigten sich in Hobbygruppen, die von den übrig gebliebenen Mitarbeiterngeleitet wurden. Als da waren: Fußball, Tischtennis, Singen und Makramee. Zu guter letzt folgte der Abschlußabend, wo wir Anspiele über einen Autoverkauf, die Bibel im Alltag, das Vaterunser und den Christen in der Familie sahen. Natürlich gab es dazu immer passende, auf unser Leben bezogene Kommentare. Sportlich konnten wir uns an diesem Abend auch betätigen: mit Staffelläufen und Tauziehen. Hier geschah etwas völlig Unerwartetes: Die Mitarbeiter verloren im Tauziehen gegen die Konfirmanden. Welch Schmach!! Das kommt davon, wenn man zu siegessicher ist. Wir hörten Zeugnisse von Mitarbeitern, und die Konfis wurden eingeladen, regelmäßig die Gemeinde zu besuchen. Parallel zum Abend verlief die traditionelle Hitparade der auf der Fahrt gelernten Lieder; der Hit 1992 war: " Put your hand in the hand" Traditionell war auch die Verleihung der Möllnurkunden. Diesmal für die lachhaftesten Lacher (011i, Eva), die beste "Kinder"-Krankenschwester (Jeanette), das beste Musikzimmer (Carsten, Müscha, Markus), die Möchtegern-Urkunden-Besitzer (Andreas, Christian) und die besten Sänger (Markus, Andrea S.), um nur einige zu nennen. Die größte Überraschung an diesem Abend war die Ankunft von drei Berlinerinnen, die uns besuchen wollten: Petra, Kerstin und Simone.

Alles in allem ein schöner letzter Abend in Mölln.

Euer Herm

Sonntag, 11. 10.92

Dieser Tag schließlich war es, der viel zu schnell plötzlich da war. Kaum einer hat sich gewünscht, an diesem Tag wieder fahren zu müssen. Gerade jetzt, wo man sich besser kennengelernt hatte, wo man begonnen hatte, die Gemeinschaft untereinanderund den Ort selbst zu lieben - da sollte nun alles zu Ende sein??

Einige Zimmer mußten schon morgens mit dem Aufräumen beginnen. Diese äußerst geliebte (?!) Aufgabe wurde dann aber für einen Gottesdienst unterbrochen. In diesem Gottesdienst haben wir das Ende unseres Films angesehen, außerdem viel gesungen und eine kurze Predigt gehört. Damit aber niemand unvorbereitet und mit leeren Händen nach Hause gehen mußte, wurden wir alle noch gesegnet.

Nach dem Mittag war noch kurz Zeit für mehrere Gruppenfotos vor dem legendären Tannenhof-Kreuz. Danach mußten wir uns von dem Heim verabschieden. Der Bus hatte bereits auf uns gewartet. Mit ihm ging es durch den Stau zurück nach Berlin. Unterwegs haben wir auch noch 3 mysteriöse, scheinbar gestrandete Berliner gesehen, die wohl dachten, sie streift ein Bus...

Vor der Gemeinde haben uns dann schon unsere Eltern und auch die Jugendlichen erwartet, die während dieser Woche so intensiv für uns gebetet hatten. Ihrerseits war die Freude auf jeden Fall groß. Und bei uns??

Euer Müscha

 
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