Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 60 (Juni 2003)

Ihr sollt ein Segen sein. Ökumenischer Kirchentag

Ich war dabei - Persönliche Erlebnisberichte

von Cosima/YPR

Eröffnungsgottesdienst   "Schon lange im Voraus hieperte ich dem ersten Ökumenischen Kirchentag entgegen. Inzwischen liegt der ÖKT einige Wochen zurück und es ist wieder Alltag in unserer Stadt eingekehrt. Was mir in Erinnerung blieb, möchte ich hier kurz skizzieren.

"Mich persönlich faszinierte am meisten die Atmosphäre, die sich von den ÖKT-Besuchern auf die Stadt Berlin übertrug. Jeder U-Bahnsteig, jeder S-Bahn-Waggon, an jeder Straßenecke sah man sie: Menschen mit lilafarbenen Bändchen, gelben „Selig sind die Frieden stiften“-Schals, übergroßen Stadtplänen, sonnengelben Frisbee-Heiligenscheinen und eindeutig christlichen Badgeholdern. Jede größere Menschenansammlung konnte genau identifiziert werden: Das sind ÖKT-Besucher! Ich fühlte mich sehr wohl, obwohl sämtliche BVG-Gefährte übervoll waren und man sich an gewissen Orten nur von Menschenmengen nach vorne schieben lassen konnte. Dennoch herrschte eine extrem friedliche Stimmung in der Stadt und so kam es, dass man sich spontan mit Leuten in der S-Bahn darüber unterhielt, wie die schnellste BVG-Verbindung nach xyz ist. Hammer! Es war mein erster richtig wahrgenommener Kirchentag und ich bin sehr froh, einiges vom Programm mitgenommen zu haben – wenn auch längst nicht alles zeitlich zu schaffen war.
Heiligenscheine   "Ich denke, auch das Motto „Ihr sollt ein Segen sein“ wird so manchem in seinem Alltag begleiten. Oder auch die Fotos „Ich mit Heiligenschein“, die man ja überall von sich machen konnte, oder auch die sehr gelungene Werbekampagne im Vorfeld des ÖKTs. Für meinen Glauben empfand ich es persönlich als Stärkung, in diesen Tagen mit so vielen Christen zusammen „auf dem Weg“ zu sein! Und ich hoffe, von diesem Input noch lange zehren zu können.

"Ende gut – alles gut? Der ÖKT kommt ja auf jeden Fall wieder: 2008 in Berlin.

"Hoffentlich stauben die Heiligenscheine bis dahin nicht im Keller ein…


von Martin/YPR

Menschen   "Ich hatte das unbeschreibliche Gefühl von mir zu sagen, ich bin Mitarbeiter. Es interessiert mich nicht so, in welchem Aufgabengebiet ich tätig bin, wir alle wollen ja immer etwas gestalten, aber diesmal war ich hocherfreut zu hören, dass ich zu den meisten Veranstaltungen umsonst reinkomme. Man, war ich baff. Im Übrigen, nein, ich wusste das nicht vorher.
Ich wartete also mit den anderen Quartier-Betreuern auf unsere Gäste, die wir in der Lauterbach-Schule unterzubringen gedachten. Sie ließen erst alle ein bisschen auf sich warten, aber dann kamen sie....und wie.
Also rannten wir durchs Gebäude und versuchten es allen recht zu machen, ich finde dass das auch ganz gut klappte (Haben wir gut gemacht Mareike *zwinker*).
Das war der Mittwoch.
Gemeinsame Mahlfeier   "Nun zum Donnerstag (in Fachkreisen einfach nur Himmelfahrt genannt).
Ich machte mich in der Frühe auf und marschierte schnurstracks zur Trinitatis-Kirche um „Über Glauben sprechen - Ein Tabu-Bruch“ mitzuerleben.
Allerdings war das interessanteste am Abend: Die Schriftenauslegungen aus den drei abramitischen Religionen (also Judentum, Islam und Christentum) am Gendarmenmarkt.
Das fand ich persönlich sehr informativ und alle rannten mit diesen Tuch rum (Ich habe keins gekriegt...Mist, aber auch). Ich hatte dann das Vergnügen von 0 Uhr - 9 Uhr die Nachtwache im Quartier zu übernehmen.
Woran merkt man, ob jemand zu wenig Schlaf hatte? Wenn Jemand mich fragt, wie dass Programmheft sortiert ist und ich antworte: „Die sind evangelisch ähh alphabetisch sortiert“
Danach bin ich ne halbe Stunde ratzen gegangen...hat nicht wirklich geholfen.

"Freitag hab ich geschlafen und bin dann zum Abenddienst von 18 Uhr - 0 Uhr ins Quartier gegangen. Das ereignisvolle an diesen Abend: Ein betrunkener Mann der mich zum Atheismus bekehren wollte. Warum passiert mir das immer?
Halle überfüllt   "Naja, kommen wir zum Samstag.
Dat war ein harter Tag. Um 10 Uhr „Segen, aber flott“ in der St. Bonifatiuskirche.
Das war ein Gottesdienst (Öku natürlich) der viele künstlerische und kreative Elemente hatte.
Danach bin ich in die Gethsemane-Kirche gefahren und habe...JA, ich habe das gemeinsame Abendmahl mitgemacht und ich fand es GUT.

"Am Sonntag war Abreisetag, die Gäste waren glücklich über den Kirchentag, alle sehr zufrieden und dankten uns.
Ich persönlich war dankbar, glücklich und extrem zufrieden dabei gewesen sein zu dürfen. Mein neues Motto: Ick liebe Öku.
Ich freue mich schon auf den Nächsten und hoffe euch hat es auch gefallen.

 
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