Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 56 (November 2002)

Ascheberg 2002

von Axel/YPR

[Fotos]

Samstag, 5.10. - Der Sterntalerbus ist in die Jahre gekommen. Fahrtbegleiterin und Steuerfrau war traditionell Pia und wenn die Sonne so auf den Bus schien, glänzte seine Silberfarbe und er sah fast wie neu aus. Leider gab es keine Sonne und so haben wir den Bus erst fast nicht erkannt, als wir ihn im zweiten Begleitfahrzeug überholt haben. Wir fuhren zu dritt im babyblauen Corsa und dann gab’s noch den reformationsroten Kadett, den Raul flink über die Autobahn jagte. Ach ja....Ziel unserer Fahrt war (Jesus....richtig!) das Schloss Ascheberg. Schloss mag zuviel gesagt sein, aber ein kleines Schloss ist es schon mit seinem Türmchen und dem Riesen-Schlüssel für den Eingang.

Ohne Zwischenfälle sind wir alle heil angekommen. Nach der Speisung hatten wir auch schon den ersten Programmpunkt der diesjährigen Konfirmandenfreizeit. Insgesamt waren wir mit Konfirmanden, Mitarbeitern und Pfarrern 53 wagemutige Individuen. Ach ja: Dazu kommen noch ein paar Heuschrecken, die einst in einer Karstadt-Filiale wohnten und auszogen die Welt zu entdecken.

Ehrlich gesagt, hatten wir vor der Fahrt richtig Schiss, weil wir im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur wenig Mitarbeiter waren und davon auch nur eine Handvoll volljährig war. Aber schon bei den Vortreffen konnte uns unsere Angst genommen werden, denn wir hatten einfach ein super Team und auch eine Supergruppe Konfirmanden.

Aber zurück zum Programm: Der erste Tag steht ja unter dem Motto Kennenlernen und in diesem Jahr nutzen wir die Gelegenheit vorab schon Figuren aus dem Jesus-Film der Bibelgruppen zu entdecken. Wir übten uns z.B. im Heuschreckenfangen (sie wurden dann in die schleswig-holsteinische Natur entlassen) und Zimmermannsnägelschlagen. Abends gab’s dann noch eine praktische Einführung zum Thema „Wie behaupte ich mich in einer Hip-Hop-Gang“, die uns schon intim mit dem Haus werden lies.

Rund um unsere Heimat für eine Woche herum lag der Plöner See und wenn die Sonne mal rausgekommen ist, hatten wir eine herrliche farbenfrohe Herbstlandschaft vor der Nase. Genießen konnten wir das vor allem in unserer Freizeit und z.B. beim actionreichen Geländespiel am Mittwoch. Aber zurück:

Unser Tag startete regelmäßig mit der Mitarbeiterandacht, Singen, Frühstück und den Bibelgruppen, die dieses mal auch frisch überarbeitetes Material im Gepäck hatten (soll noch mal jemand sagen die Freizeit würde jedes Jahr gleich ablaufen!).

Der zweite Freizeittag war Sonntag und (auch eine Premiere) wir haben den Tag genutzt, alle zusammen in verschiedenen Gruppen, einen Workshopgottesdienst vorzubereiten. Thema war Jesus Geschichte vom großen Abendmahl. Abends haben wir den bunten Gottesdienst dann zusammen gefeiert. Das dazu entworfene Anspiel kennt der fleißige berliner Gottesdienstbesucher ja. (Gab’s dafür jetzt eigentlich eine Unterschrift in der Konfirmandenspirale?)

Die Tage endeten mit einer Nachruhe und auch einer Nachtwache (pro Nacht je Etage 2 Nachtwächter), die dafür sorgte, dass sich niemand auf die falsche Etage verirrte und die Fressorgien in den Zimmern zu einem leisen Ende brachte. Wozu gibt es eigentlich Abendbrot? Aber wenn man aufgekochtes Trockenfutter lieber mag...

Aber auch eine Nachtwache muss mal ins Bett und Schlaf bekommen. Diverse Gute-Nacht-Geschichten hatten ihren Erfolg und abgesehen von einem „Was ist der schnellste Weg aus einem Hochbett nach unten“-Experiment gab es nicht viel, was diesen Schlaf störte.

An den folgenden Tagen machten wir Ausflüge: Montags ins sagenumwogene Plön und am Dienstag nach Lübeck.

Den Nachmittag in Plön nutzten wir dazu z.B. für 55 Cent eine Kirche zu mieten, diverse Gegenstände zu erwerben (z.B. einen weiß-roten Einfahrtspoller), Futter einzukaufen oder einfach nur in einem Café zu sitzen. Abends wartete dann der actionreiche Actionabend mit Stunteinlage, Flopps und vor allem Topps, eine Menge Schweinkram und vor allem guter Unterhaltung. Und das ohne den ganzen Tag unter Druck zu stehen, noch krampfhaft kreativ etwas vorbereiten zu müssen, super! Aber wer räumt danach auf...? Einen runden Abschluss fand der Abend in einer Nachtwanderung und anschließendem Lagerfeuer.

Lübeck habe ich ja schon erwähnt. Dort wartete eine komplett überarbeitete Ausstellung im Holstentor auf uns, der zwar die Folterkammer zum Opfer gefallen ist, die aber dafür insgesamt wesentlich mehr bieten konnte, als der alte Rundgang. Was man sonst so in Lübeck trieb, konnte man neben dem Stadtquiz selbst in kleinen Gruppen entscheiden.

Wieder in Ascheberg angekommen schloss der Tag mit einem Filmabend, der uns deutlich machte, dass neben Videos auch die DVD-Technik so ihre Tücken hat (wir versprechen Besserung!).

Mittwoch: Der Tag des „E“-Abends. Vielleicht war das Geländespiel ja doch etwas zu hart für uns, der Abend wurde jedenfalls mit Schluchzen und vergossenen Tränen eingeleitet. Aber das war okay und wir hatten eine große Taschentuchrolle zur Hand. Zudem hatte das Team des Abends die Nerven behalten und so konnten wir uns ernsthaft mit der Frage und der Entscheidung beschäftigen, ob Jesus unser Leben führen soll.

Am Abend und am darauffolgenden Nachmittag gab es dann noch Gesprächsangebote. Außerdem wurde z.B. die vergessene Gipsmaskentradition wiederbelebt und natürlich darf man auch das alljährliche Fußballspiel der Mitarbeiter gegen die Konfis nicht vergessen, dass auch in diesem Jahr von den Mitarbeitern gewonnen wurde und nach Jahren in der Dunkelheit mal nicht durch die tiefschwarze Abendfinsternis beendet wurde.

Ohoh...schon der letzte Abend der Freizeit. Der Abschlussabend wurde (wieder Premiere) zum dritten mal vom ULK-Jugendkreis vorbereitet und sollte alle Konfirmanden dazu einladen, in den Kreis zu kommen. Zu Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wie effektiv diese Einladung war, aber wir hoffen auf Spitzenwerte in den Besucherzahlen!

Der Abend präsentierte die Grundsteine der Jugendkreise in einem Fernseh-Zapping. Nach einer erneuten Videopanne & Computerabsturz (merke: noch sparsamer mit Technik sein) zappte der Abend dann auch fröhlich vor sich hin, verleitete uns zu diversen Spielen (auch raus in die Kälte) und endete dann mit der obligatorische Party, die so gut gewesen sein muss, dass sogar von der Ferne Besuch angereist ist.

Nach einer viel zu kurzen Nacht war die Freizeit dann auch schon fast vorbei. Wir packten unsere Habe und belagerten dann nach einem Abschlussgottesdienst und dem Mittagessen wieder den silbernen Sterntalerbus. Alle konnten unterkommen und so machten wir uns auf den Rückweg. Neben Singanfällen und zwei Staus gab es dann im Bus auch noch eine Lektion „Wie stelle ich sicher, daß die Tür bei der Fahrt nicht aufgeht“. Aber letztendlich sind wir dann doch alle gesund und mehr oder weniger munter in Berlin angekommen und konnten in die Betten fallen.

Alle? Nein, nicht alle. Aber das ist eine andere Geschichte...

 
Mehr aus Nr. 56
Rubrik Erlebnisse