Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 5 (März 1993)

Hey Folks!

Ich will Euch, wie sollte es auch anders sein, `n bißchen was von diesem religiösen Spinner erzählen (für den hielten ihn schon damals jedenfalls viele, nicht nur heute), der vor ca. 2000 Jahren lebte. Er war ein kluger Kopf, deshalb fürchteten sich die jüdischen Oberhäupter auch vor ihm. Aber er war nicht nur ein kluger Kopf, sondern er hatte auch eine radikale Botschaft zu verkündigen. Diese Botschaft machte den damaligen religiösen Führern mächtig Angst. "Warum?", fragst Du jetzt vielleicht, "Was hatte er denn schon zu erzählen?". Möglicherweise interessierst Du Dich überhaupt nicht dafür, aber das kann gar nicht sein, weil Du diese Zeitung in Deiner Hand hältst, gell!!!

O.k., also wenn Du Dich schon damit auseinandersetzt, dann will ich Dir dabei helfen, oder besser: Dich Deiner Illusion berauben, die Du unter Umständen über diesen Glauben hast. Es gibt eigentlich nicht viel, worüber man sich Illusionen machen kann, wenn man die Bibel mal genauer liest. Es gibt ein paar scharfe Aussagen, die Jesus macht, bei denen einem das Essen im Halse stecken bleiben kann. An Jesus glauben ist kein Zuckerschlecken, was Jesus selbst auch nie behauptet hat, um das mal klarzustellen.

Du fragst Dich vielleicht, worauf ich hinaus will, ich soll doch endlich zum Thema kommen. O.k., wie Du willst, Du hast es ja so gewollt, noch kannst Du die Zeitung weglegen, aber wenn Du das jetzt nicht tust, dann mußt Du zumindest ehrlich mit Dir sein!

Hast Du schon mal folgenden Spruch von Jesus gehört:

"Wahrlich, wahrlich, ich sage Euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; und wer sein Leben in dieser Welt haßt, wird es zum ewigen Leben bewahren." (Joh 12,24+25)

Na, wie hört sich das an? Nicht so träumerisch Wolke sieben, oder? Jesus zu folgen heißt, bereit zu sein, sein eigenes Leben aufzugeben, Gott zu vertrauen und es IHM in die Hand zu legen. Damit Du siehst, wie wichtigJesus das ist, aber da Du bestimmt nicht von selbst die Bibel aufschlägst, um aufgelistete Stellen nachzulesen, zitiere ich einfach mal die anderen Verse:

"Wer sein Leben um jeden Preis erhalten will, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen. Denn was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei das ewige Leben verliert?" (Luk 9,24)

"'Hört her!' rief Jesus seinen Jüngern und den Menschen zu, die bei ihm waren. 'Wer mir nachfolgen will, der darf nicht mehr an sich selbst denken, sondern muß sein Kreuz willig auf sich nehmen und mir nachfolgen. Wer sein Leben um jeden Preis erhalten will, der wird es verlieren. Wer sein Leben für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen.'" (Mar 8, 34+35)

"Meint nur nicht, daß ich gekommen bin, um Frieden auf die Erde zu bringen. Nein, ich bringe Kampf! Ich werde Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegertochter und Schwiegermutter gegeneinander aufbringen. Die schlimmsten Feinde werden in der eigenen Familie sein. Wer seinen Vater oder seine Mutter, seinen Sohn oder seine Tochter mehr liebt als mich, der ist es nicht wert, daß ich für ihn da bin. Und wer nicht bereit ist, diese Lasten auf sich zu nehmen und mir nachzufolgen, der kann nicht zu mir gehören. Wer sich an sein Leben klammert, der wird es endgültig verlieren. Wer es aber für mich einsetzt, der wird ewig leben." (Mat 10,34-39)

Hey, klingt nicht gerade sehr verlockend, oder? Was schwirrt jetzt wohl durch Deinen Kopf? Vielleicht fragst Du Dich: "Warum sollte ich dann überhaupt etwas mit diesem Typen zu tun haben, wenn ich doch alles aufgeben muß?"

Jesus sagt, wohin es führt, wenn Du anfängst, an ihn zu glauben. Du bekommst die Chance, ewig zu leben und zwar in einer besseren Welt, wenn es für Dich Zeit wird, hier abzutreten. Hast Du schon mal einen Toten gesehen? Ich nehme an, noch nicht. Wenn man einen Toten ansieht, stellt man fest, daß etwas fehlt. Alles ist noch da, Mund, Nase, Augen, Hände, Beine, Du kannst den Menschen noch anfassem, aber es ist kein Leben mehr in ihm. Es fehlt das LEBEN in diesem Menschen. Er ist wie eine Hülle, Du weißt genau, daß gerade noch etwas da war, und plötzlich ist es weg. Irgendwo muß es geblieben sein. Das ist wie mit einer Flasche Cola, die bis oben gefüllt ist. Wenn Du das Zeug austrinkst, ist die Flasche hinterher leer, nur die Hülle ist noch vorhanden. Trotzdem gibt es den Inhalt noch. Der befindet sich jetzt in Deinem Bauch. Dieses Bild hat seine Grenzen und ist sicherlich nicht auf die Ewigkeit anwendbar, da man das Gesöff irgendwann verdaut hat. Aber vielleicht verstehst Du, was ich damit erklären will und kannst es Dir jetzt besser vorstellen.

Jesus weiß, daß unser Leben hier einmal vorbei ist und daß danach etwas auf uns wartet. Er weiß von einem Vater im Himmel, der uns dieses Leben geschenkt hat und sich nichts sehnlicher wünscht, als mit uns zusammenzusein. Aber wenn wir uns darauf einlassen, dann geht das eben nur ganz. Wenn Gott uns geschaffen hat, dann kennt er uns auch am besten und weiß, was uns gut tut. Daß er ein guter Gott, ein guter Vater - den manche von Euch vielleicht vermissen - ist, hat er uns dadurch bewiesen, daß er Jesus gesandt hat, damit wir die Möglichkeit haben, ihn als liebenden Vater zu erkennen.

Mit Jesus zu gehen, geht entweder ganz oder gar nicht. Halbe Sachen macht er nicht, dazu hat ihn sein Leben, daß er für uns gegeben hat, zu viel gekostet, als daß er es zu Schleuderpreisen auf dem Krabbeltisch verkaufen könnte. Das bedeutet auch, daß derjenige, der sich auf ihn einläßt auch so einiges ertragen muß, wenn er ihm folgen will. Überlege Dir gut, ob Du Jesus wirklich folgen willst, denn es wird Dich Dein Leben kosten. Willst Du wirklich Dein Leben aufgeben und Jesus die erste Geige spielen lassen? Vielleicht bist Du noch nicht bereit dazu, aber möchtest ihm doch gerne folgen; oder vielleicht warst Du schon einmal ganz nahe bei ihm, aber es hat Dich weggetrieben, als Du aufgehört hast, ihm konsequent nachzufolgen; oder vielleicht vermißt Du den liebenden Vater und hast Gott so noch nicht erfahren; vielleicht bist Du auch verletzt worden und schiebst jetzt Gott alles in die Schuhe... Was auch immer zwischen Dir und Gott steht, versuch es mit einem Gebet. Wer anfängt zu beten, gibt Gott die Chance, sein Leben zu verändern, es radikaler zu machen, es ganz neu zu machen, es zu heilen und einfach von ihm geliebt zu sein.

In einer der Bibelstellen, die ich oben zitiert habe (übrigens fast alle aus `Hoffnung für alle'), redet Jesus von der Familie. Aus ihr werden die Menschen kommen, die uns das Leben mit ihm am schwersten machen werden. Ich weiß nicht, wie vielen es von Euch so geht. Bei mir jedenfalls ist das so. Ich habe mich vor sieben Jahren für Jesus entschieden, habe ihm gesagt, daß ich mit ihm diesen Weg gehen will. Seit dem Tage, an dem ich meinen Eltern meine Entscheidung mitgeteilt habe, habe ich immer wieder Auseinandersetzungen mit ihnen gehabt, und sie haben sich heute noch nicht daran gewöhnt, daß ich an Gott glaube. Reden kannich nicht mit ihnen darüber, weil sie mich und diesen ganzen "Glaubenskram" für ein bißchen bescheuert halten. Ich kann Euch sagen, daß das sehr weh tut, gerade, weil sie auch meine Eltern sind. Es gab am Anfang meines Glaubenslebens viele Wochen, Monate und Jahre des Zweifels, in denen ich vor Gott gelegen, meine Verzweiflung zu ihm hinausgeschrien und geweint habe. Ich fühlte mich alleingelassen, doch ich konnte die Hoffnung auf ihn nicht aufgeben. Jesus hat auch noch so viele andere Sachen gesagt. Und wenn es einen Gott gibt, dann mußten diese Dinge einfach wahr sein. Irgendwann im Laufe der Zeit kam ich an den Punkt, wo ich merkte, daß Gott mich fragt, ob ich bereit sei, ganz mit ihm weiterzugehen, auch wenn die schmerzvollen Erfahrungen mit meinen Eltern bleiben würden. Ich mußte sozusagen eine neue Entscheidung für ihn fällen und würde heute diese als die eigentliche bezeichnen, die ich drei Jahre später getroffen habe. Von da an fing sich mein Leben wirklich an zu verändern. Langsam und mit viel Geduld half mir Gott, nahm mir Zweifel, ließ mich Menschen finden, die mir Liebe gaben, wie ich sie zuhause nicht erhalten hatte.

Mir war damals klar, daß mich dieser Schritt mein Leben kosten würde, aber was ich stattdessen gefunden habe, ist viel mehr. Immer wieder mal muß ich abchecken, ob wirklich Gott noch die Nummer eins in meinem Leben ist und wenn nicht, dann ist es Zeit, wieder zu ihm umzukehren. Manchmal kann das sehr schmerzlich sein, und es kostet mich viel, diese Entscheidung neu zu fällen. Aber Gott hat mich nie enttäuscht und mich, seit ich einen Anfang mit ihm gemacht habe, nur so überschüttet mit seiner Liebe. Vor allem immer dann, wenn er mich aus meinem eigenen Sumpf herausgeholt hat, in den man so schnell reinplumpst.

Wer immer Du auch bist, der dieses Stückchen aus meiner Geschichte jetzt gelesen hat, Gott hat auch mit Dir etwas Gutes vor, wenn Du willst. Er hat einen Plan, einen Meisterplan, den keiner besser ausklügeln könnte als er. Wenn Du ihm eine Chance gibst, dann kann er Dir das zeigen. Vielleicht bist Du seinen Spuren auch schon gefolgt, fühlst Dich jetzt nur weit weg; dann fang wieder an zu beten!

Du mußt nur glauben! Ich rede hier die ganze Zeit davon, zu glauben, nicht von einer nachweisbaren Wissenschaft. Jesus kann man nicht in einen Kasten sperren. Er ist immer genau so, wie wir es nicht erwarten. Jesus kam auf die Welt, um nach Glaubenden zu suchen. Er fand nur wenige.Willst Du dazugehören? Ein Leben aus Glauben an Jesus Christus ist ein spannendes Leben, mit Nervenkitzel. Es lohnt sich! Hast Du denn keinen Bock, in Deine Alltagsmühle Schwung zu bringen?

Wie auch immer, die Entscheidung bleibt bei Dir. Wenn Du Lust hast, kannst Du noch mit mir beten:

Vater, ich danke Dir für Deine Liebe. Sooft hast Du sie mir auf so unterschiedliche Weise gezeigt. Und am meisten durchDeinen Sohn, der sein ganzes Leben für mich gab, damit ich Dich finden kann. Deshalb möchte ich Dir jetzt auch mein GANZES Leben übergeben und Dich bitten, daß Du anfängst, es von nun an neu zu managen. Vergib mir, wenn ich Dich enttäuscht oder verletzt habe. Vater, ich will Dich kennenlernen, bitte zeig mir, wie das geht. Ich will glauben, nimm meinen Unglauben. Danke Gott, daß Du schon immer darauf gewartet hast, daß ich Dich finde, weil Du mich liebst, auch wenn es mich etwas kostet, nämlich mein Wunschleben, daß doch nur egoistisch ist. Danke für Dein Angebot, aber ich brauche Deine Hilfe um Deinen Anforderungen entsprechen zu können. Danke Gott, daß Du mich so liebst und so willst wie Du mich geschaffen hast, daß ich nichts dazu tun brauche.

Amen.

Ciao, Eure Petra

 
Mehr aus Nr. 05
Rubrik Glauben