Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 37 (November 1998)

Let´s talk about ... Ascheberg ´98

von Cosima Wille

[Fotos]

Wir schreiben den 19.10.98... Achtundsiebzig mehr oder weniger (nee, wirklich 78!) motivierte Menschlein entscheiden sich um 8 Uhr, das Unmögliche zu wagen: eine Konfafahrt, wie sie noch niemand erlebt hat! Doch schon bald wurde klar, nix is unmöglich...Schon im Bus konnte das Eis gebrochen werden, als vom Busfahrer auf den vorsichtigen Umgang mit den vorhandenen Aschenbechern hingewiesen wurde, und es aus noch funktionsfähigen Kehlen "Aschebescha" dröhnte. COOL äh kühl wurde es dann aber doch, als die Musik aus den Buslautsprechern bei so manchem Insassen aggressive Gefühle hervorrief, und seitdem um die Gunst des Fahrers konkurriert wurde. Zum Mittagessen waren wir dann pünktlich im Schloß Ascheberg angekommen. Fürs Auspacken hatte man aber weder Zeit (der Stationslauf forderte höchste Konzentration!), noch Motivation (1. hatten gar nicht alle Schränke im Zimmer und 2. wollten die, die einen hatten, jenen partout nicht nutzen!).Stichwort Nachmittags-Stationslauf: Hier mußte man sich auf mittelalterliche oder entsprechend ausgedachte Aktionen einlassen, for example Ritterkämpfe aus der Dose, Narrenspiel (und Wasser ist doch nass!!!), Minnesang ("O holde Maid..."), Gerücheerraten beim Mundschenk, sandiger Schloßbau...etc. Am Abend waren gute Manieren gefragt, als uns die AAS (Ascheberger Abend Schule) stilvoll in Klassen einteilte und uns anhand von Videosequenzen Situationen im daily life (besonders was das Kennenlernen angeht) verdeutlichte. Übrigens, Ladies and Gentlemen: wir haben verstanden!!!

Am Dienstag -genau wie Mittwoch, Freitag und Samstag - ging es nach dem Frühstück um 8:30 Uhr wie folgt weiter: 9:45 Uhr traf man sich im Kronleuchtersaal, um zu singen (die Begleitung lieferte eine extra eingeflogene Musik-Combo aus Berlin, mit Namen "Die Aschebescha" o.s.ä.).Danach sahen wir einen Ausschnitt aus dem Pasolini-Film "Das Evangelium nach Matthäus". Was am Die. noch für reichlich Chaos sorgte, lief die folgenden Tage schon wesentlich gesitteter ab: Die Bibelgruppen (von 2-4 Mitarbeitern "angeführt") trafen sich - übers ganze Schloß verteilt -, um Themen wie "Nachfolge", "Annahme + Ablehnung", "Entscheidung" und "Leiden und Auferstehung Jesu für uns" zu besprechen. Trotz Müdigkeit soll es dabei so manche INVESTIGATION gegeben haben !... Täglich und pünktlich um 12:30 Uhr gab es Mittagessen, zu dem man auf äußerst individuelle Weise "eingeladen" wurde: RRRRING !!! (Meist glich dieser Programmpunkt eher einer Raubtierfütterung...) Am Nachmittag dieses Tages wurde es dann THEMATISCH: IbL lud ein und teilte die Meute erstmal in Reisegruppen ein. Auf diese Weise sollte man mit dem Leben des Clark Saurian vertraut gemacht werden. Durch einen falschen Mouseclick machte uns aber die Technik einen Strich durch die Rechnung und so hatten wir uns mit Saulus bzw. Paulus auseinanderzusetzen. Eben dieser war auch das Thema der unterschiedlichen Kreativgrüppchen, die sich noch am selben Abend präsentieren mußten. Um 20 Uhr hieß es nämlich: WELCOME TO THE EVENT ´98 / GALA, PREMIERE und VERNISSAGE....Stars und Sternchen (dabei: Clark & Kimberly, The Rolling Stones, Christo und Jeanne-Claude, Ivan VIII., B. Blümchen, H. Ehrhardt,..) hießen die Newcomer willkommen. Als kreativ entpuppten sich junge Menschen ab 13 (nicht 8!) in den Kategorien Wandbehang, Theater, Collage, Lyrik, Musik und Plastiken. An dieser Stelle noch einmal schöne Grüße von Susi Filzkugel, Fred Schröder und Sybille: "IbL wirkt einfach Wunder!" ...

Am Mittwoch (21.10.) ging´s nach dem üblichen Vormittag-bis-Mittag-Programm in die kleine aber feine Stadt PLÖN. "I´m shopping in the rain" war nun angesagt, außerdem mußte man sich schon mental auf den bevorstehenden Action-Abend vorbereiten und evtl. auch dafür Geld im Städtchen lassen. Der Abend -schon lange angekündigt - kam dann doch schneller als erwartet. CANNES ´98 forderte alles, was recht ist: Sieben Spitzenregisseure sollten mit ihren Crews beweisen, daß sie in Sachen Action, Soundtrack und Specialeffects zur Crème de la Crème in Hollywood gehören. Und so wurde der Abend zu einer gigantischen Aneinanderreihung von STAR(WAR)S, denn nicht nur die einzelnen Filmcrews schwitzten BLUT und WASSER (von wegen!), sondern auch das Abendteam gab alles, was es hatte. Die feuchtfröhliche Show machte nicht nur Tote lebendig, sondern ließ Aliens, Vampire und Drogendealer "auffliegen". Gastauftritte hatten neben Terminator ("Ich komme wieder!") und Madonna auch Puff Daddy, Fitness-Sascha, ein überlebender TITANIC-Passagier und viele andere...HIERMIT WOLLEN WIR UNS NOCH EINMAL GANZ OFFIZIELL VON FRAU TIM-C. KAUFMANN VERABSCHIEDEN UND BEDANKEN UNS FÜR ALL´DIE SCHÖNEN STUNDEN MIT IHR !!! Tot aber glücklich hieß es dann für alle 79 Berliner: Ab in die Koje...denn die Nachtwache hört ALLES!

Praktisch über Nacht wurde es Donnerstag. Und wer dachte, daß er allmählich das Freizeitprogramm durchschaut hätte, sollte sich irren! Nach dem Frühstück ging´s zum Ascheberger Bahnhof, denn an diesem Tag stand KIEL auf dem Zugplan. Also, nix wie hin! Doch bevor man die Stadt mit ihren vielen Einkaufsmöglichkeiten erkunden konnte, fuhr uns ein Sonderbus zum Freilichtmuseum Molfsee, wo wir (in 3 Gruppen!) die Frühe Neuzeit erleben sollten...(Also, Regen hatten die damals auch schon!) Dann ging´s mit dem gleichen Bus zurück in die City. Gute zwei Stunden hatte man Zeit, sich in der Kieler Shopping-Meile vor allzu bekannten Berlinern zu verstecken. Doch die begehrte Einsamkeit war kaum zu ertragen, und so war man froh, die ganze Truppe um 16:30 Uhr am Bahnhof wiederzusehen... Pünktlich zum Abendbrot waren wir dann wieder im Schloß. Der Abend wurde mit einigen Liedern eingeleitet. Hauptprogrammpunkt waren jedoch "Die Wellenreiter von Hawaii", ein Film über einen jungen Sportler, dessen Leben durch die Begegnung mit Gott total verändert wurde. Irgendwann nach dem Filmabend wurde auch frau müde und so erfolgte die wohlverdiente Nachtruhe...

Plötzlich is Freitag und nach Morgenlied (Nr.55), Frühstück und Küchendienst (noch einmal Danke an André S. für Erstellung desselben) traf man sich wie gewohnt zum Singen + Filmteil. Weiter ging´s mit den Bibelgruppen, in denen es um Entscheidung und die Top Ten des eigenen Lebens ging. Um 12:30 Uhr hatte jegliches Magenknurren ein Ende, als uns der Lunch serviert wurde. So gestärkt ging man in den Nachmittag, der ab 14:30 Uhr alle körperlichen Reserven forderte, die man und frau noch hatte. GELÄNDESPIEL - für die einen Erinnerung an schlammige Wege, Dauerregen und Angst vor dem Magier, für den Rest endlich eine Gelegenheit, die noch saubere Kleidung endgültig einzusauen: Vom Soldaten (der später sein königliches Single-Dasein glücklich beenden konnte) zum Mönch zum Bauern zum Händler zum Jäger zum Fischer zum Wächter... So o.ä. sah der RUN der einzelnen Gruppen aus. Nach zwei Stunden standen die Sieger fest, die Königshochzeit konnte vollstreckt äh vollzogen und das traditionelle Mitarbeiter-Konfi-Fußballspiel endlich ausgetragen werden. Der Rest ging duschen... Stärkung erhielt man beim Einnehmen des Abendbrotes. An diesem Abend ging es ruhiger als gewohnt zu, Lieder und gruppendynamische Spiele wurden von einzelnen Mitarbeitern kommentiert. Ein Theaterstück zum Thema "Wer war Jesus?" regte zum Nachdenken an. Schätzungsweise hat jeder einzelne von uns seine ganz persönlichen Erfahrungen an diesem Abend gemacht. Wo sich jedoch die Mehrheit beteiligte, war der Lobpreis bei Kerzenschein, mit dem dieser Tag zuende ging...

Oh nein: schon Samstag! Ab heute wurden Formulierungen verlautbar, wie: Unsere letzte Bibelgruppe...unser letzter ganzer Tag..., trotzdem war man guter Dinge, denn am Nachmittag wurde es zunehmend kreativ. Z.B. beim T-Shirt-Bemalen ("Kannst du bitte auch noch unterschreiben?"). Außerdem ging´s auch sportlich zur Sache... Nebenher liefen Gespräche zwischen Konfirmanden und Mitarbeitern, in denen es ums Thema des gestrigen Abends und die Freizeit allgemein ging. Um 20 Uhr stellte sich uns ein neues Team vor: motivierte Menschen, die planen, Konfafahrt-Feeling auch in Berlin spürbar zu machen, nämlich immer donnerstags von 18:15 - 20 Uhr.

Das Ganze nennt sich FBI und ist ein Jugendkreis für alle Konfirmanden im 2.Jahrgang. Der Abend stand im Zeichen der VIER: 4a) Einer der Kreisleiter (Nr. 4) setzte sich über Telefon mit der Freizeitgruppe in Verbindung (Hilfe:Entführung! Aber keine Panik, alle dürfen zum Kreis kommen!!!). 4b) die 4 Gs: Gemeinschaft, Gebet, Gottes Wort, Gehen/Gehorsam. "Friends of Bible Investigation" hat also mehr als "3 Sachen aufeinmal" zu bieten ... Let´s wait and see!

Der Sonntag brachte ein kalenderbedingtes, temporales Phänomen mit sich: 60 Minuten mehr Zeit. Das waren also genau 3600 Sekunden mehr Konfafahrt !!! Komisch, daß dies den morgendlichen Minen kaum anzusehen war: jene wirkten müde-verstört wie immer. Egal. Mit einem Gottesdienst wurde die Freizeit (nicht jedoch unser Aufenthalt!) beendet. Filmteil V, Lieder, Statements... Nach dem Mittagessen blieb noch Zeit zum Aufräumen und Packen. Schnell noch ein Gruppenfoto, und dann stieg man etwas wehmütig in den Bus oder den Ford Transit oder den Pkw... Good-bye Ascheberg - wir werden dich vermissen... Escht !!!

 
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Rubrik Erlebnisse