Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 36 (September 1998)

Berliner Kinos im Test

von Norman/YPR

Nach dem Cinema Paris und dem Delphi Filmpalast haben wir diesmal ein Kino unter die Lupe genommen, das ihr wahrscheinlich alle kennt und in dem jeder von euch schon mal drin war: den Zoo Palast, nahe Kudamm.

Ein großes, renommiertes Premierenkino, über dessen roten Teppich schon manch großer Filmstar schritt und das einer der Hauptaustragungsorte der alljährlichen Berlinale ist. Doch uns interessierte natürlich, was dieses Lichtspielhaus für uns, also für Otto Normalverbraucher im Kinoalltag zu bieten hat. Das Filmangebot ist groß, in den insgesamt 9 Kinosäalen bekommt man stets die erfolgreichen aktuellen Streifen zu sehen (meist ca. 12 verschiedene). Zusätzlich finden im Kino 1, das über 1000 Plätze hat und damit eines der größten in Berlin ist, vor jeder Vorführung verschiedene Lasershows statt. Dabei kann man allerdings Pech haben, denn die Programme sind sehr unterschiedlich und manche sterbenslangweilig. Gleich nach der Lasershow, bei der auch Nebel eingesetzt wird, beginnt der Hauptfilm. Ätzend daran ist, daß der Nebel nicht schnell genug abzieht und so noch die ersten 20 Minuten des Films sichtlich trübt. Und das ist nur eines von vielen Ärgernissen im Zoo Palast. Angefangen bei der telefonischen Kartenreservierung, die man sich sparen kann, denn ehe man durchkommt, wäre man schon hingefahren. Reserviert man dennoch, hat man die Arschkarte, denn zuerst werden die weniger guten Plätze ausgegeben. Will man sich dann auf freigebliebene bessere Plätze setzen, achten unfreundliche Platzanweiser peinlich genau darauf, das man auf seinem reservierten Platz bleibt. So bleiben viele gute Plätze während des Films unbesetzt. Manchmal wird mit dem Einlaß zu spät begonnen, so daß es schon dunkel wird, ehe die letzten Zuschauer ihren Platz erreicht haben.

In Kino 1 sind die Sichtverhältnisse von den Seiten wesentlich schlechter, in den anderen Säalen, die teilweise unangenehm klein sind, sind die Sichtverhältnisse teilweise unter aller Kanone, da die Säale eher breit als lang sind und wenig Steigung aufweisen. Auch der Sound läßt teilweise zu wünschen übrig, sogar in Kino 1, wo eigentlich ein gutes Soundsystem zur Verfügung steht, verderben teilweise Übersteuerung und Hacksler im Ton ("Luke, ich bin dein _ater.") das Kinovergnügen.

Zuguterletzt wird der Frustfaktor durch die im berliner Vergleich teuren Eintrittspreise erhöht. Kein Besuch im Zoo Palast ohne ein Ärgernis.

Wertungskasten

UCI Zoopalast
Sitzkomfort:
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Leinwand/Bild:
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Ambiente:
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Akustik/Ton:
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Sichtverhältnisse:
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Preis-Leistung:
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Gesamturteil: * * * * *
 
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