Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 33 (Februar 1998)

Titanic

von Carsten/YPR

Der teuerste Film aller Zeiten.

Solche Sätze hört man in letzter Zeit ja ziemlich oft. Und ich bin mir sicher, es wird nicht der teuerste bleiben. Aber trotz allem High-Tech-Spektakel zeichnet "Titanic" noch etwas anderes aus. Etwas, aws es eigentlich unwichtig macht, wie aufwendig der Film insgesamt ist: Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptdarstellern.

Der Regisseur James Cameron bemerkte sehr passend, daß es sich um eine Liebe handelt, nach der wir alle zwar suchen, wir jedoch nut selten wirklich finden.

Ich habe den FIlm jetzt schon dreimal gesehen und halte ich für einen der besten überhaupt. Nicht wegen der Action, nicht wegen der Erfolges, sondern weil mich diese Darstellung einer "perfekten Liebe" einfach fasziniert und bewegt. "Wir suchen alle danach", auch ich. Aber warum finden wir es nicht? Und was ist überhaupt: Liebe?

Mir viel dabei ein, dasß die Bibel etwas über die Liebe sagt. So steht im 1. Korinther 13 ab Vers 4 folgende "Definition":

DIE LIEBE IST LANGMÜTIG UND FREUNDLICH, DIE LIEBE EIFERT NICHT,
DIE
LIEBE trEIBT NICHT MUTWILLEN, SIE BLÄHT SICH NICHT AUF,
SIE VERHÄLT SICH NICHT UNGEHÖRIG, SIE SUCHT NICHT DAS
IHRE,
SIE LÄSST SICH NICHT ERBITTERN, SIE RECHNET DAS
BÖSE NICHT ZU,
SIE FREUT SICH NICHT ÜBER
UNGERECHTIGKEIT,
SIE FREUT SICH ABER AN
WAHRHEIT;
SIE ERtrÄGT
ALLES,
SIE GLAUBT
ALLES,
SIE HOFFT
ALLES,
SIE DULDET
ALLES.

So hat Gott die Liebe - und zwar die "wahre Liebe" - also geschaffen. Wenn ich mich heute so umsehe, dann finde ich in meiner Umgebung jedoch ein ganz anderes Bild. Liebe ist heute mehr etwas wie eine Art Selbstbefriedigung. Wie kann ICH (am schnellsten) mit dem anderen glücklich werden? Warum paßt der andere nicht zu MIR? In einer Beziehungerwarte ICH dies und das.

In der Bibel - und eben auch in Titanic - geht es anders zu. Dort geht es nur um das Geben. Was kann ich DIR geben? Wie kann ich DICH glücklich machen. Für DICH tu ich alles!

Ich weiß nicht, ob alles ein Traum bleibt, und ob wir als Menschen überhaupt fähig sind, so einen anderen zu Lieben. Aber wenn wir uns nach dem sehnen, was wir in Titanic zu spüren bekommen, dann gibt es nur den Weg des Gebens. Und erst dann, wenn wir nicht mehr an uns selbst denken, sondern der andere wichtiger wird als wir und unser eigenes Leben, gerade dann werden wir das erfahren, wonach wir alles suchen, es aber nur selten finden: wahre Liebe.

 
Mehr aus Nr. 33
Rubrik Glauben