Youthpaper - die christliche Jugendzeitschrift

Ausgabe 18 (September 1995)

"Augen zu - vertraue mir" - Gefahr Scientology

von Norman/YPR

(Stand: 9/95)

Mein Briefkasten brachte schon oft interessante Anregungen für Youthpaper-Artikel hervor. So auch diesmal. Vor gar nicht allzu langer Zeit fand ich unter der Fülle vieler schick schillernder Werbeprospekte folgende Hauswurfsendung (nicht zum erstenmal!):

KOSTENLOSER PERSÖNLICHKEITSTEST!
SIE GEWINNEN MEHR SELBSTVERtrAUEN,
INDEM SIE SICH SELBST BESSER KENNEN

Auch hier rät sich an, wie so oft, das Kleingedruckte zu lesen. Urheber dieser so verheißungsvollen Briefkastenfüller ist das "Dianetik-Zentrum der Scientology Kirche Berlin". Die "Scientology Kirche" wurde in den 50er Jahren von Lafayette Ronald Hubbord (1911-1986) gegründet, einem Science-Fiction-Autor(!). Interessant ist, daß er in jungen Jahren Kontakte zu Vertretern des "Neo-Satanismus" hatte.

Scientology bietet den Weg zur völligen Freiheit bzw. völligen Erlösung an. Dies soll mit Hilfe der "Dianetik" erreicht werden. Dianetik ist, so sagen die Scientologen, die Wissenschaft, die die Funktionen und den Aufbau des menschlichen Denkens demonstriert und erklärt.

Mit diesen Persönlichkeitstests (siehe Abbildung) will Scientology einen ersten Kontakt ihren Opfern herstellen. Opfer ist hier tatsächlich das passende Wort, denn nachdem man an diesem Psycho-Test teilgenommen hat, schließt sich eine unendliche Kette von Kursen an, die man durchlaufen muß, um zur "totalen Freiheit" des eigenen Ichs zu kommen. Diese "Erlösung" ist aber nicht umsonst: Das "Bekenntnis-Seminar" kostet z.B. 1420,-DM , das "Gesellschafts-Berater-Seminar" 2200; DM usw..

Parallel dazu müssen von gläubigen Scientologen viele teure Bücher angeschafft werden (dafür wirbt übrigens das 2., oben abgebildete Prospekt). L.R. Hubbord sagte selbst: "Wer Millionen scheffeln will, gründet am besten eine Religion." Ist man ersteinmal ein "wahrer Gläubiger" dieser Pseudo-Religion geworden, hat man natürlich bedingungslos den Anordnungen der Organisation Folge w leisten. Nach Hubbart besteht die Tätigkeit der Scientologen darin:" 1. Wissen verbreiten, z. Bücher verkaufen, 3. Die Umgebung kontrollieren, 4. Den Planeten klären." Scientology sagt selbst: "Da Scientology jetzt totale Freiheit bringt, muß sie auch die Macht haben, totale Disziplin zu fordern, oder sie wird nicht überleben." Ein Ausstieg aus diesem dichten Netz der Sekte ist sehr schwer und auch nicht ungefährlich, denn durch ihr "Guardian Office" (ihre Ordnungshüter) arbeitet Scientology mit geheimdienstlichen Methoden. Dazu gehören Psychoterror, Verleumdungskampagnen, Rufmord und auch vor Einbrüchen schrecken sie nicht zurück. Menschen die an Scientology Kritik üben, werden systematisch fertiggemacht, egal ob sie diesem Kult angehören oder nicht. Angesichts der oben genannten Preise überrascht es nicht, daß Scientology einer der reichsten Psychokulte ist. Sie streben nicht nur die Kontrolle über einzelne Personen an, sie wollen durch ihre Angehö- rigen auch Macht in Wirtschaft, Politik ui Medien erlangen. Daher sind für Scientology finanzkräftige bzw. werbewirksame Personen interessant w Führungskräfte in Chefetagen, um auch dort wichtige Stellen zu kontrollieren. Berühr te Leute wie Tom Cruise, Nicole Kidman, John Travolta und Kirstey Alley sind Scientology-Anhänger. Scientology arbeitet oft auch unter falschem Namen m sogennanten Tarnorganisationen, z.B. ZIEL richtet sich mit Nachhilfe-Angeboten a Kinder und Schüler, Narconon sucht ihr Opfer unter Drogenabhängigen etc.. Scientology ist also auch ein Wirtschaftsunternehmen. (Auch auf des Wohnungsmarkt haben sie sich schon breit gemacht, kaufen durch ihre Tarnfirme Miethäuser auf und verkaufen dann die Ex-Mietwohnungen für teures Geld als Eigentumswohnungen an die ehemaligen Mieter und wer nicht will, fliegt raus.) Bei dieser finsteren Verein Scientology handelt es sich um eine äußerst gefährliche Gruppe, die nicht "nur" Sekte ist, sondern deren generelles Ziel es ist, Kontrolle und Macht außzuüben. Mit Demokratie haben diese intoleranten und diktatorischen Gesellen nichts am Hut. Deshalb ermittelt sogar der Deutsche Verfassungsschutz gegen Scientology.

Übrigens: Einstein hatte nichts m Scientology zu tun, der Mann wird von ihnen nur zu Werbezwecken mißbraucht.

 
Mehr aus Nr. 18
Rubrik Religion - bedenkliche religiöse Gruppen